Former Research Projects


Digitale Übertragung über Energieversorgungsleitungen - Power Line Communication (PLC)

U. Berold, J. Huber

In den Medien wird derzeit häufig die Nutzung der Enegieversorgungsleitungen für die schnelle digitale Übertragung zu einzelnen Endkunden diskutiert. Dies stellt jedoch nur einen Teil der Aktivitäten in diesem Umfeld dar. Sehr vielversprechend und auch schon in der Anwendung ist die Übertragung von Steuer- oder Sensordaten, die zwar nur kleine bis mittlere Datenraten erfordert, jedoch häufig weitere Anforderungen an das Übertragungssystem stellt. bild_powerline_01.gif

Als Übertragungsmedien kommen neben den Stromversorgungsleitungen zu den Haushalten auch Mittelspannungs- und Hochspannungsleitungen der Energieversorger sowie die vielfältigen Arten an Industrienetzen in Frage. Je nach Anwendungsfall sind unterschiedliche Normen zu beachten, die insbesondere die Koexistenz von Systemen verschiedener Hersteller sicher stellen sollen, aber auch Grenzwerte angeben, um Störungen von Funksystemen möglichst auszuschließen.

Betrachtet man die Enegieversorgungsleitungen als Kanal für die digitale Nachrichtentechnik, so stellt sich dieser als sehr problematisch dar. Neben massiven "Störungen" des Datensignals durch die Energieübertragung und durch angeschlossene Verbraucher, die teilweise sehr energiereiche, breitbandige Schaltflanken erzeugen, weist der Kanal sehr hohe Dämpfungswerte auf. Der daraus logischen Konsequenz einer hohen Sendeleistung steht die Tatsache entgegen, daß durch die unerwünschte Antennenwirkung von Stromversorgungsnetzen die Abstrahlung hochfrequenter, informationstragender Signale erfolgen kann, so daß durch PLC Störungen in Funkübertragungssystemen verursacht werden können.

Dieses Dilemma kann man durch intelligente Übertragungsverfahren mit höchst effizienten Kanalcodierungs- und Modulationsverfahren begegnen, die im Rahmen dieses Projektes entwickelt werden. Kernpunkt ist dabei die Betrachtung von Mehrträgerübertragung mittels orthogonalen Frequenzmultiplex (OFDM), um der Mehrwegeausbreitung des Datensignals infolge vielfältiger Reflexionen effizient begegnen und für die Detektion nutzbar machen zu können.

Diese Projekt wird gefördert durch die IAD GmbH, Großhabersdorf/Nürnberg.